Bau

Das Oschütztal-Viadukt ist das größte und zugleich bedeutendste Bauwerk der Eisenbahnlinie Mehltheuer – Weida (Mehlbahn).
Es ist 185 Meter lang, 28 Meter hoch und überbrückt das Oschütztal.

Die Brücke besteht aus zwei Hauptteilen:

  • ein 101 Meter langer Viadukt über dem Tal und
  • ein kleinerer 54 Meter langer Viadukt über dem flachen Talhang.

Zusammen mit den zwei steinernen Auflagern und dem Mittellager ergibt  sich eine Gesamtlänge von 155 Metern.

 

Die Eisenbahnbrücke wurde nach einer Bauzeit von nur acht Monaten am 1. Oktober 1884 eröffnet. Die Baukosten lagen damals bei 201.851 Mark. Der Bau des Viaduktes erfolgte unter der Leitung von Professor Claus Köpcke, einem bekannten Bauingenieur der damaligen Zeit. Heute kennen wir seinen Namen hauptsachlich durch sein bekanntestes Bauwerk, die Blasewitz – Loschwitzer Elbebrücke, das ,,Blaue Wunder“ in Dresden.

Die Entwürfe und genauen Berechnungen zum OschütztaI-Viadukt stammen von dem Ingenieur Hans Manfred Krüger.

Der verwendete Stahl stammt aus der Königin-Marien-Hütte in Cainsdorf bei Zwickau, der Bruchstein ist aus der Umgebung von Weida.  Außerdem wurde an den Sichtflächen gelber Postaer Sandstein verbaut, die Lagerquader bestehen aus Pulsnitzer Granit. 1915 mussten, durch die zunehmende Verkehrsbelastung, die Mittelträger verstärkt werden. Das Gewicht der Stahlkonstruktion liegt nach zusätzlichen Einbauten bei schätzungsweise 380 Tonnen.

vor 1915 Stahl stammt aus der Königin-Marien-Hütte nach 1915

Das Oschütztal-Viadukt ist ein bautechnisches Denkmal höchsten Ranges in Deutschland und einer der letzten Vertreter seiner Art überhaupt.